Svalbard - Longyearbyen
Weit entfernt vom Land verbringen wir den letzten Seetag auf der Midnatsol. Wir überqueren die Barentssee und begeben uns ins Svalbard Archipel mit der größten der drei Hauptinseln, Spitzbergen. Ein bisschen lassen wir die Zivilisation hinter uns, während wir in Richtung des oberen Endes der Welt fahren.
Es ist ein ruhiger Seetag und wir nutzen die Zeit um unsere Siebensachen wieder in den Koffer zu verfrachten. Außerdem erfahren wir, wie unsere Reise nach der Ankunft in Longyearbyen weitergeht. Die meisten Gäste fahren mit der Midnatsol wieder zurück nach Bergen. Wir werden einen Tag in Longyearbyen verbringen und dann auf dem kleinen Expeditionsschiff "Serenissima" anheuern.
Am frühen Morgen noch einmal Gletschermassen
Am frühen Nachmittag erreichen wir dann Longyearbyen an den Ufern des Isfjords und es wird Zeit das Schiff zu verlassen.
N78°E15°
Longyearbyen empfängt uns mit Regen.
Die historische Funkenlodge ist für zwei Nächte unser neues zuhause. Sehr gemütlich! Top organisiert!
Longyearbyen ist gewissermaßen die Hauptstadt von Svalbard. Früher war der Ort eine Bergbaugemeinde, die Überreste dieser Geschichte findet man noch überall um den Ort herum. Benannt wurde die Stadt nach John M. Longyear, der hier 1906 die erste Kohlemine eröffnete.
Heute steht Svalbard für Wissenschaft und Nachhaltigkeit, von wegweisender Arktisforschung über den Schutz der Tierwelt bis zum Erhalt der biologischen Vielfalt. So steht hier der Svalbard Global Seed Vault, der größte Saatgutspeicher der Welt. Hier werden Samen der für die Ernährung wichtigsten Lebensmittel wie Reis, Weizen, Kartoffeln, Wurzelgemüse, Früchte...gelagert, damit sie in einem Katastrophenfall nachgezüchtet werden können.
Am Abend lassen wir uns auf das Abenteuer eines 14-Gänge Menüs im renommierten Restaurant Huset ein. Das historische Gebäude diente schon als Kirche, Krankenhaus, Schule, Kino und Konzertsaal und gilt heute als das nördlichste Restaurant der Welt und eines der besten in Norwegen. Alle Zutaten werden in der Region gejagt, gefischt, gesammelt oder angebaut. Zum Dinner kann man Wein aus dem größten Weinkeller Skandinaviens mit mehr als 6.000 Flaschen Wein aus aller Welt trinken.
Was man aus Seetang alles
machen kann
sieht man auf den ersten Blick: Heilbutt
wie ein Blick auf die Landschaft ringsum
Kieselsteine entpuppen sich teilweise als Sanddornpraline
Wir haben alles probiert, sogar den Sealblubber (Robbenspeck) und die Rebhuhnherzen, aber nicht alles aufgegessen. Manches war für unsere Zungen dann doch etwas sehr gewöhnungsbedürftig.
Nach einem gemütlichen Frühstück (heute wieder bodenständig) geht es auf den hybrid-elektrischen Katamaran MS Bard zu einer Wildnis- und Gletschertour. Der Himmel ist bedeckt, aber wenigstens regnet es nicht. Die Route führt an Gletschern und entlegenen Küstenlandschaften vorbei, wobei der Gletscher der Gleiche ist, den wir am Ende unserer Reise auf der Midnatsol schon gesehen haben. Wir sehen in der Ferne Rentiere und die flinken Papageientaucher flitzen geschäftig über das Wasser.
Dazu hören wir immer wieder kurze Vorträge über Landschaft, Land und Leute. Wir erfahren, dass man auf Spitzbergen auf Grund des Permafrostes nicht beerdigt werden kann und die Kinder in der Regel hier auch nicht geboren werden, Geburtskliniken gibt es nicht. Die Mütter fliegen schon Wochen vor der Geburt aus.
Zum Mittag gibt es eine warme Linsensuppe, die die ganze Truppe so schläfrig werden lässt, dass es schwierig war dem Vortrag der Eisbärforscherin zu folgen.
Ab hier nur noch mit Guide und Schusswaffe!
Am nächsten Tag ist die Zeit in Longyearbyen dann auch fast schon vorbei. Am Vormittag noch einmal Koffer zu und auschecken. Das Gepäck wird im Bus verstaut und bevor es zum Hafen geht, gibt es noch eine kleine Stadtrundfahrt und das örtliche Museum wird auch noch besucht. Das Wetter ist heute wieder auf Regen eingestellt
Außerhalb der Stadt im Adventstal liegt das Camp Barentz. Der Guide, der dort heute für unsere Sicherheit im Eisbärenland verantwortlich ist, ist eine zierliche Asiatin mit geschultertem Gewehr. Erwartungsvolle Huskies im kleinen Hundekennel warten auf touristische Streicheleinheiten. Aber inzwischen regnet es so stark, dass sie heute wohl zu kurz kommen.Der Nachbau der Hütte des Entdeckers Willem Barentz, der hier in Jahre 1596 mit seinen Leuten überwinterte, wird noch angeschaut, bevor es zum heißen Tee und Pancakes in die Nachbarhütte geht.
Camp Barentz: Ganz schön eng für einen ganzen langen Winter